Gefechtsstand 31 der 1. Luftverteidigungsdivision - Kolkwitz

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Der in den Jahren 1965 bis 1967 in monolithischer Weise erbaute Bunker diente der 1. LVD der LSK/LV der DDR als Hauptgefechtsstand GS-31. Der Bunker wurde in den Wäldern in der Nähe des Örtchens Kolkwitz errichtet und nahm am 07. Juli 1967 seinen regulären Betrieb auf Er befand sich seitdem bis zum Ende des Bestehens der NVA ständig im diensthabenden System (DHS). Seine Objektnummer 31 leitet sich vom Nachrichtenbataillon 31 der LSK/LV ab, welches auch die Nachrichtenzentrale des GS leitete.

Das Objekt wurde auch von der Luftfahrtgesellschaft der DDR, Interflug, genutzt. So führte diese am 14.08.1972 auch das Unglücksflugzeug vom Typ Iljuschin IL-62, welches letztendlich in der Nähe von Königs-Wusterhausen abstürzte. Diese Katastrophe kostete 156 Menschen das Leben.

Der Bunker ist ein Schutzbauwerk der Klasse "B" und bietet somit keinen Schutz vor Kernstrahlung. Seine Bauweise, zum Beispiel sind die Außenmauern nur 50 cm stark, bietet keinen Schutz vor schweren direkten Treffern oder Treffern in unmittelbarer Nähe. Es stellt sich also auch bei diesem Bauwerk die Frage nach dessen Sinn, zumal dem gegnerischen Militärpakt, der NATO, dieses Bauwerk nicht unbekannt war.
Es handelt sich um ein 3-Etagen-Bauwerk.

Bis 1994 wurde der Bunker aus dem Dienst der Bundeswehr entfernt und wechselte seither mehrfach den Eigentümer. Dieser ist zum jetzigen Zeitpunkt (2016) die Gemeinde Kolkwitz, welche mit dem Förderverein des Bunkers "Kolkwitzer Bunkerfreunde GS-31 e.V." einen Nutzungsvertrag abgeschlossen hat. Der Verein ist nicht Mitglied der "Bunkerallianz Brandenburg".
Von dem ehemaligen sehr großen Gesamtkomplex sind nur wenige Gebäude erhalten geblieben. Einige dienen heutzutage Firmen als Niederlassung bzw. Betriebsgebäude, andere stehen leer und verfallen langsam. Interessant ist die große Halle, welche sich unweit des Bunkers befindet und von einem Eisenwarenhandel genutzt wird. Diese Halle ist das Tarnbauwerk eines geplanten, jedoch nie fertiggestellten zweiten Bunkers, welcher den ersten ablösen sollte und modernsten Standards entsprochen hätte.

Der Bunker blieb glücklicherweise vom Schicksal vieler seiner "Artgenossen" verschont und war keinem Vandalismus oder Plünderungen ausgesetzt. Zwar wurde er von der Bundeswehr teilgeräumt, insbesondere die Rechentechnik und die Dieselaggregate wurden komplett ausgebaut, aber die Räumlichkeiten blieben nahezu im Originalzustand erhalten.
Seit 2004 widmet sich der Förderverein dem Erhalt und der Rekonstruktion des Bunkers. Dies betrifft sowohl die Bausubstanz, die Räume, als auch die Technik und Geräte.

Im Rahmen einer regulären, ca. 2 ½ Stunden dauernden Führung konnte der Bunker im April 2016 besichtigt werden. Die Führung übernahm der Vereinsvorsitzende, ein ehemaliger leitender Nachrichtenoffizier, welcher in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts im GS-31 sein Dienst verrichtete.
Vollkommen frei von politischen und ideologischen Aspekten fand die Führung statt. Die fachliche Kompetenz war deutlich zu erkennen; auf jede Frage konnte eine erklärende Antwort gegeben werden.
Der Verein bemüht sich enthusiastisch, den Bunker nach und nach in seinen "alten" Zustand zu versetzen. Es werden Geräte gewartet und repariert und auch neu angeschafft. Zum Beispiel räumte erst vor kurzer Zeit das Kraftwerk Jänschwalde seine alte DDR-Nachrichtentechnik aus und bot dem Verein an, diese kostenlos zu übernehmen, wenn dieser die Räumungskosten trägt. Während der Führung konnten zwei Fernschreiber im Betrieb betrachtet werden.
Auch die Bausubstanz wird vom Verein wieder instand gesetzt.

Der Höhepunkt war aus subjektiver Sicht die Besichtigung des Gefechtsstandsraumes im dritten Untergeschoß. Der darin enthaltene Kartenraum, wie auch der Gefechtsstand selbst, sind praktisch vollständig erhalten geblieben. Auf einer Fläche von ca. 5x15 qm sind alle Flugroutenkarten aus der Dienstzeit enthalten. Es entsteht ein Eindruck von der schweren Arbeit der Planzeichner, welche der Autor während seiner Dienstzeit selbst erfahren konnte.
Die Planzeichner mußten zum Teil über schmale Stufen an der Karte nach oben klettern, um die Ziele zu zeichnen.

Es war wieder sehr beeindruckend und schön zu erleben, daß ein Verein mit seinen engagierten Mitgliedern sich liebevoll dem Erhalt und Wiederaufbau eines militärhistorisch bedeutsamen Objektes widmet.

Für weitere und ausführlichere Informationen wird auf die Internetseiten des Vereins "Kolkwitzer Bunkerfreunde GS-31 e.V." verwiesen.

FRA134
FRA 134 Steffenshagen
TR301
TR 301 Wollenberg
ZGS14
ZGS14 Fuchsbau
MDI7001
MdI 7001 Freudenberg
Kunersdorf
Fernmeldebunker 448
Kolkwitz
GS-31 / 1. LVD