Fernmeldebunker Kunersdorf - Objekt 448

Die Bunkeranlage mit der Nummer 448 besaß den Tarnnamen "Nutzlast" und wurde offiziell als Wetterbeobachtungsstation bezeichnet.
Das monolithische Bauwerk wurde in einer erhöht gelegenen Kiesgrube errichtet, welche nach dem Bauende wieder aufgeschüttet wurde.
Im März 1981 ging die gesamte Anlage in den Betrieb und diente der Hauptführungsstelle des MfNV (Ministerium für nationale Verteidigung), dem Führungsbunker in Harnekop, als geheime Funksendezentrale. 1991 wurde die Anlage abgeschaltet; die Bundeswehr zeigte kein Interesse an der weiteren Nutzung des Objektes.

Das Besondere dieser Anlage sind ihre 11 unbemannten Sendestellen, sogenannte "Sputniks", welche sich auf einer Fläche von 500 km² im Oderbruch rund um den Fernmeldebunker verteilten.

Der Bunker ist ein Schutzbauwerk der Klasse "C" und bietet auch Schutz vor Kernstrahlung.

Nach der Aufgabe der Anlage durch die Bundeswehr führte das Bauwerk wie die meisten anderen seiner Art zunächst ein klägliches Dasein.
Bis zum Verkauf des umfassenden Areals und somit auch der sich auf diesem befindlichen Gebäude an "privat", war es Plünderungen und Vandalismus ausgesetzt, deren Spuren auch heutzutage noch zu sehen sind.
Aber auch nach dem Übergang in Privatbesitz wurde weiter Raubbau betrieben. Der damalige Eigentümer verkaufte zum Beispiel drei hochwertige Schiffsdieselaggregate aus Roßlau mit je einer Leistung von 400 KW, für ca. 2000 Euro das Stück. Diese Aggregate bildeten im Fernmeldebunker die Netzersatzanlage.
Ein glücklicher Umstand ersparte dem Bunker jedoch das, was bei vielen anderen eintrat: Das Eindringen von Grundwasser und somit die Entstehung und Ausbreitung von Schimmel.
Der Bunker liegt aufgrund seiner Bauweise mit seiner Grundplatte immer noch rund 40 Meter über dem Grundwasserspiegel.

Erst nach einem erneuten Eigentumswechsel des Areals und der Gründung einer Interessengemeinschaft (ein eingetragener Verein) zur Wiederinstandsetzung des Fernmeldebunkers wurde der Verfall gestoppt und wird seit ungefähr dem Jahr 2005 rückgängig gemacht.

Das Gelände und der Fernmeldebunker wurden am 11.04.2015, in der Zeit von 14 Uhr 15 bis 16 Uhr 30 besichtigt. In dieser Zeit entstanden die hier dargestellten Fotos, welche nur einen kleinen Teil der angefertigten Aufnahmen repräsentieren.
Während der Besichtigung wurden der 2. Vorsitzende des Vereins und dessen Sohn kennengelernt.
Der Enthusiasmus und die Hingabe für den Wiederaufbau der Bunkeranlage waren sehr deutlich zu spüren. Sehr positiv beeindruckte die völlig wertfreie und objektive Darstellung und Vorführung des Bauwerkes. Hier merkt man, daß es dem Verein nicht um Politik oder Nostalgie, sondern um die Technik und den Erhalt geht.
Die Ergebnisse, die der Verein in den 10 Jahren seines Wirkens geschaffen hat, sind beeindruckend.

Für weitere, bessere und ausführlichere Informationen wird auf die Internetseiten des Vereins "Förderverein Rüsterbusch Kunersdorf e.V." verwiesen.

FRA134
FRA 134 Steffenshagen
TR301
TR 301 Wollenberg
ZGS14
ZGS14 Fuchsbau
MDI7001
MdI 7001 Freudenberg
Kunersdorf
Fernmeldebunker 448
Kolkwitz
GS-31 / 1. LVD