Giga 1040 STe - Extrem modifiziertes System mit hochauflösender Grafik

gSTE
Aufbau-1
Aufbau-2
Aufbau-3
IDE-Doubler
Aufbau-4
Panther-Busplatine
Panther-Slotplatine
Panther-Testbetrieb
Magnum
Magnum-eingebaut
Speicherinitialisierung
gSTE-Testbetrieb
gSTE-zusammengebaut
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HighWire

Dieser umgebaute und stark erweiterte 1040 STe soll den Abschluß und den Höhepunkt aller Erweiterungsprojekte am Atari darstellen. Das Projekt begann im November 2013 und wurde intensiv vorangetrieben bis Anfang Mai 2014. Seit dem ruhte es bis zum Dezember 2014, da aufgrund Zeitmangels ein Fehler beim Anschluß der "letzten" Erweiterung, einer Speichererweiterung, nicht gesucht werden konnte. Dieser Fehler ist mittlerweile identifiziert und behoben worden.

Das Projekt kann als reines Prestigeprojekt bezeichnet werden. Es gibt dafür weder einen rationalen Bedarf noch Anforderungen. Es wurde lediglich versucht herauszufinden, wo die Grenze bei einer Aufrüstung eines originalen Atari 1040 STe liegt, ohne diesen zur Unkenntlichkeit zu verfälschen.
Beides kann, aus Sicht des Autors, als gelungen bzw. erfüllt betrachtet werden. Der Atari ist rein äußerlich von seinem Original kaum zu unterscheiden. Natürlich wurden die Seiten (rechts, links, hinten) bearbeitet, passen sich aber sehr gut an das Original an.

Folgende Merkmale zeichnen diesen erweiterten 1040 STe aus, auf die in den Unterkapiteln genauer eingegangen wird.
- Betriebssystemumschalter
- PLCC-CPU-Sockel-Adapter zum Anschluß eines IDE-Interfaces mit herausgeführtem CPU-Bus
- IDE-Interface
- SlimLine IDE-CDROM-Laufwerk
- Doppel-CF-Karten-Adapter
- Real-Time-Clock nach Atari-Profibuch
- interner ACSI-SCSI-Hostadapter, angeschlossen an einem intern installierten DMA-Anschluß
- interne 2.5-Zoll SCSI-Festplatte
- Statusanzeige durch mehrere LED
- Interner Doppel-SD-Kartenleser - UltraSatan
- SlimLine-HD-Disklaufwerk (Ajax-FDC) mit Schaltung zur Bereitstellung des HD-/DC-Signals
- Interne Panther/2 Busplatine, an den CPU-Bus über eine Adapterplatine angeschlossen
- zwei rückseitige 34-polige Steckverbinder zum externen Anschluß der Panther/2-Slotplatine
- Gehäuse für die Panther/2-Slotplatine inkl. der ET4000-ISA-Grafikkarte
- interne Speichererweiterung MagnumST (ein Re-Layout der originalen MagnumST)
- Modernes, leistungsstarkes, externes Netzteil

Die größte Frage, welche die ganze Zeit immer im Raum stand: Verkraftet der Atari 1040 STe all diese Erweiterungen, d.h. können diese auch noch verwaltet und korrekt angesteuert werden. Im Nachhinein kann diese Frage positiv beantwortet werden. Allen Unkenrufen zum Trotz arbeiten alle Erweiterungen stabil und fehlerfrei.

Betriebssystemumschalter

Der Umschalter bzw. die Umschaltlogik ist schon vom sogenannten "Mega 1040 STe" bekannt. Es handelt sich um eine kleine, von Tobias Grönhagen und dem Autor entwickelte Schaltung, welche ein Reset-festes Umschalten zweier Betriebssysteme - die sich auf den OS-Eproms befinden - ermöglicht. Die Schaltung benötigt wenige Bauelemente (unter "Downloads" kann diese abgerufen werden).
Für diesen Atari wurde die Schaltung auf einer Multifunktionsplatine integriert, welche selbst entwickelt und industriell gefertigt wurde.

Auf den OS-Eproms ist zum einen TOS 2.06 und zum anderen MagiC 6.02 enthalten. Zwischen diesen beiden Betriebssystemen kann mit Hilfe dieser Schaltung im laufenden Betrieb umgeschaltet werden und nach einem Reset des Rechners wird mit dem jeweils aktiven System gestartet. [zurück]

PLCC-CPU-Sockel-Adapter

Es handelt sich hierbei nicht nur um einen einfachen Adapter. Auf der Platine befinden sich zwei weitere Schaltungen.
Der Grund für die Entwicklung dieser Platine ist im Einsatz des IDE-Interfaces zu suchen. Dieser von Alan Hourihane entwickelte "IDE-Doubler" ist so konzipiert, daß er auf die PLCC-CPU des STe und in deren Sockel gesteckt werden soll. Aus Sicht des Autors ist dies eine ungünstige Lösung, da sie sowohl mechanisch, als auch elektrisch instabil ist. Desweiteren werden die Kontakte der CPU und der Fassung mechanisch überansprucht.
Die Platine besitzt einen Sockel für die CPU und eine Fassung, in die der Doubler gesteckt werden kann. Diese Verbindung ist mechanisch und elektrisch stabil. An die Fassung ist der komplette CPU-Bus gelegt.
Weiterhin befinden sich auf der Platine eine Schaltung zur Einbindung einer RTC (entsprechend Atari-Profibuch) und die Schaltung zum Umschalten der beiden Betriebssysteme. Am oberen Rand befindet sich ein 64-poliger Verbinder, mit dem der gesamte CPU-Bus nach außen geführt wird. Angeschlossen an diesen Verbinder ist ein ca. 10 cm langes Flachbandkabel, welches die von der Panther/2 und der MagnumST benötigten Signale zu diesen führt.

Zum Einsatz der Platine ist es notwendig, die originale PLCC-Fassung zu entfernen und statt dessen Buchsen- oder Stiftleisten einzulöten, je nach dem, ob die Platine unten zum aufstecken mit Stift- oder Buchsenleisten versehen wird.

Auf einigen Fotos ist die Platine zu sehen. Das Layout und die Gerber-Daten stehen unter "Downloads" zur Verfügung. [zurück]

IDE-Interface

Das IDE-Interface ist eine sehr gute Entwicklung von Alan Hourihane und wird als "IDE-Doubler" bezeichnet. Der wirklich einzige Nachteil wurde im Kapitel zuvor beschrieben.
Das Interface ermöglicht den Anschluß von bis zu vier IDE-Geräten, darunter auch CD-ROM-Laufwerken. Die Systemsoftware HDDRIVER von Uwe Seimet unterstützt den Doubler.

An das Interface sind in diesem System zwei CF-Kartenadapter und ein CD-ROM-Laufwerk angeschlossen. Diese Konstellation arbeitet stabil und fehlerfrei. [zurück]

SlimLine IDE-CD-ROM-Laufwerk

Anders als beim SlimLine-Diskettenlaufwerk gestalten sich die Suche nach einem geeigneten Laufwerk und dessen Anschluß wesentlich einfacher. Laufwerke mit weißer oder beigefarbener Blende sind einfach erhältlich. Es muß nur darauf geachtet werden, ein Laufwerk mit einem 44-poligen Anschluß einzusetzen, da der Doubler auf diese Anschlußart spezifiziert ist. In der Regel sorgt dafür ein Adapter, da SlimLine-CD-ROM-Laufwerke normalerweise in spezialisierte Laufwerksschächte eingeschoben werden. Der Adapter setzt dabei die beiden Anschlußspezifikationen um.
Da ein CD-ROM-Laufwerk sehr viel mehr Strom verbraucht, als zum Beispiel eine CF-Karte, wird die Spannung für das Laufwerk separat angelegt und nicht über das Flachbandkabel zur Verfügung gestellt. Damit wird sichergestellt, daß weder der IDE-Doubler noch der CPU-Adapter überlastet werden.

Das Laufwerk vom Typ "Teac C-224E" ist mechanisch in einen Plexiglasrahmen eingebaut. Dieser nimmt auch das Diskettenlaufwerk auf. Der Rahmen ist an der Gehäuserückseite des Atari befestigt.

Der Einsatzzweck des Laufwerkes ist hauptsächlich die Bereitstellung von Audio-CD, um somit das Abspielen von Musik am 1040 STe zu ermöglichen. Andere Lösungsansätze diesbezüglich haben sich als untauglich herausgestellt. Zwar gibt es zum Beispiel MP3-Player für TOS 2.06, jedoch reicht die Leistungsfähigkeit des STe nicht aus, diese korrekt wiederzugeben. Hauptgrund dafür ist die geringe Datenübertragungsrate von den angeschlossenen Massenspeichern zum System. Auch eine Übertragung der Audiodaten über das Netzwerk scheidet aus ähnlichen Gründen aus.
Das Abspielen der Musik soll schließlich parallel zu anderen Arbeiten stattfinden. Ein CD-ROM-Laufwerk mit Audioausgang stellt hierbei eine ideale Lösung dar, denn die Audiodaten werden dabei direkt vom Laufwerk verarbeitet und die Audiosignale an angeschlossene Lautsprecher ausgegeben.
Im Multitasking-Modus, z.B. beim Einsatz von "MultiGEM II" kann das Programm "CDPLAYER" verwendet werden, um eine zufällige Abfolge der Musikstücke zu erreichen. Die einzige Kommunikation, die hierbei zwischen Laufwerk und System in Form eines Datenaustausches stattfindet, ist das Senden des Signals zum abspielen des nächsten Tracks. [zurück]

Doppel-CF-Karten-Adapter

Die beiden Hauptmassenspeicher für diesen STe sind zwei CF-Karten, welche jeweils in einem CF-Karten-Adapter stecken.
Beide Karten sind am "primary port" des IDE-Doublers angeschlossen; eine als Master, die andere als Slave. Auf der einen Karte befinden sich die Daten, um das Betriebssystem TOS 2.06 zu starten. Auf der anderen Karte sind die Daten für MagiC 6.02 abgelegt.
Mit Hilfe eines Umschalters - des Betriebssystemumschalters - wird sowohl das zu startende Betriebssystem ausgewählt, als auch die Zuordnung "Master-Slave" der beiden CF-Karten bestimmt. Das bedeutet konkret, daß zum Beispiel bei der Auswahl von MagiC als Betriebssystem die dazugehörige CF-Karte "Master" und die "TOS"-Karte als Slave eingestellt ist.

Die beiden Adapter sind sehr preiswerte Geräte aus China und befinden sich unterhalb des Diskettenlaufwerkes.
Damit ein Zugriff auf die Karten auch über eine LED signalisiert wird, müssen die Adapter aufgrund eines Layoutfehlers modifiziert werden. [zurück]

Interner ACSI-SCSI-Hostadapter

Dieser von der Firma Inventronik entwickelte Adapter ist äußerst kompakt und erlaubt den Anschluß von SCSI-Geräten an den Atari. Er ist jedoch nicht direkt für den Einsatz in bzw. an einem 1040 STe vorgesehen.
Leider besitzt der Adapter einige Nachteile. Zum einen wird der stabile Betrieb nur eines SCSI-Gerätes garantiert. Dies hat seinen Hauptgrund in der nicht vorhandenen aktiven Terminierung des SCSI-Busses. Weiterhin bringt der Adapter keinerlei Befestigungsmöglichkeiten mit. Hier ist schon sehr viel Tüftelei notwendig, um die Platine sicher im System unterzubringen.
Für einen sinnvollen Einsatz empfiehlt es sich dringend, den Adapter mit einem Terminatorschaltkreis "UC5601" nachzurüsten. Und hier kommt dann der dritte Nachteil zum Vorschein: Die Pads auf der Platine, auf die der IC aufgelötet werden soll, liegen viel zu dicht beieinander. Beim einlöten dieses SMD-IC sind daher viel Geduld und eine ruhige Hand notwendig.
Alles in allem ist der Adapter für den Einsatz in diesem System (nach der Nachrüstung) zwar geeignet, aber der Aufwand und der sehr hohe Preis rechtfertigen keinesfalls den erzielten Nutzen. Es gibt deutlich bessere und nur unwesentlich größere ACSI-SCSI-Adapter (z.B. GeSoft).

Der Adapter ist an den ACSI-Bus des STe über ein Flachbandkabel angeschlossen, welches in einen Pfostenstecker eingesetzt wird. Der Pfostenstecker stellt praktisch einen internen ACSI-Anschluß dar und ist auf einigen Fotos an der Gehäuserückseite zu sehen.
Das Flachbandkabel selbst hat einen zweiten Abgriff, an dem die interne USatan angeschlossen ist.

Über einen Schalter kann der Adapter spannungslos geschaltet werden und wird damit komplett - und entgegen der Meinung vieler "Experten" - vom System getrennt. Eine Korrumpierung des ACSI-Busses erfolgt dadurch nicht. [zurück]

Interne 2.5-Zoll SCSI-Festplatte

Diese Festplatte ist eine absolute Spielerei und hat keinerlei praktischen Nutzen. Einzig wegen des "Feelings" - das surrende Geräusch beim Betrieb - wurde sie eingebaut.
Bei der Festplatte handelt es sich um eine IBM-Serverplatte im 2.5-Zoll-Format, vom Typ "ST936701LC". Das ist eine sog. LVD-SCA-Ultra-2-SCSI-Platte, mit einem 80-poligen SCA-2-Steckverbinder. Sie unterstützt 16-Bit-Datentransfer und besitzt keine Terminierung. Letzteres stellt bei einer kurzen Verbindung zum SCSI-Controller kein Problem dar.
Die Platte ist an den zuvor beschriebenen Hostadapter angeschlossen. Da dieser nur einen 50-poligen Narrow-SCSI-Anschluß aufweist, wird ein Adapter zwischen SCA-2 und Narrow eingesetzt. Der Hostadapter unterstützt weiterhin nur 8-Bit-Datentransfer. Das stellt für die Festplatte kein Problem dar, vorausgesetzt, die "überschüssigen" Datenleitungen auf seiten der Festplatte werden auf "high" gezogen. Der SCA-2-Narrow-Adapter sollte dafür sorgen. Tut er es nicht, muß er nachgerüstet werden. Weiterhin geht die Platte automatisch in den SE-Modus (Single-Ended-Modus). Auch hierfür muß der Adapter sorgen, indem das "Diffsens"-Signal auf Low gelegt wird. Fragen dazu werden gern beantwortet.

Die Festplatte ist das einzige SCSI-Gerät im System. [zurück]

Interner Doppel-SD-Kartenleser - UltraSatan

Mit Hilfe der UltraSatan kann ein Austausch von Daten, welche auf SD-Karten vorliegen, zwischen diesen und den CF-Karten vorgenommen werden.
Die USatan ist mechanisch über der Festplatte angebracht und deren Kartenslots werden am linken Gehäuserand nach außen geführt. Elektrisch ist sie über ein Flachbandkabel mit dem internen ACSI-Anschluß. Sie läßt sich per Schalter spannungslos schalten und wird damit komplett vom System getrennt. [zurück]

SlimLine HD-Diskettenlaufwerk

Die, neben dem Einbau der MagnumST, größte Herausforderung war die Integration eines HD-1.44-MB-Diskettenlaufwerkes im SlimLine-Format. Diese Laufwerke sind praktisch nur dazu geeignet, an PC eingesetzt zu werden und verhalten sich in der Regel (zu 99,99 Prozent) nicht Atari-konform. Am PC übernimmt der FDC die Kontrolle über das Laufwerk und steuert es so an, daß es sowohl HD- als auch DD-Disketten verarbeiten kann.

Zunächst einmal muß der STe befähigt werden, überhaupt mit HD-Diskettenlaufwerken umgehen zu können. Der originale Floppy-Disk-Controller (FDC) ist dazu nicht in der Lage. Idealerweise sollte dieser gegen einen Ajax-Controller ausgetauscht werden, was hier erfolgte. Das allein reicht jedoch nicht, um HD-Disketten auch verarbeiten zu können. Hierzu wird aufgrund des benötigten BUS-Taktes von 16 MHz auch eine erweiterte Logik notwendig. Diese liefert das Mega-hz-Modul von Wolfram Fischer. Damit sind die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, ein HD-Laufwerk anschließen zu können.
Ein SlimLine-Laufwerk verhält sich nicht Atari-kompatibel oder besser: Atari hat wie sooft einen Sonderweg beschritten. Folgende Hürden müssen überwunden werden.
Wird eine Diskette gewechselt, muß das System diesen Wechsel erkennen. Atari mißbraucht zum Erkennen des "disc change" die Write-Protect-Leitung. Natürlich verhält sich das SlimLine-Laufwerk nicht, wie Atari es voraussetzt.
Das System muß das Laufwerk so ansteuern, daß sowohl DD- als auch HD-Disketten korrekt erkannt, gelesen, geschrieben und formatiert werden. Normale 3.5-Zoll-Diskettenlaufwerke werden hier keine Probleme verursachen. SlimLine-Laufwerke sind aber nicht für Desktop-PC vorgesehen und werden ganz anders angesteuert (schon die Verbindung zum Rechner und das Pinout des Laufwerksverbinders sind nicht kompatibel zum Desktop-PC). Daher sind die Signalspannungen, welche zwischen HD und DD unterscheiden, am Atari ohne Anpassung nicht zu verwenden.
Abhilfe für beide genannten Probleme schafft eine selbstentwickelte Schaltung, welche die notwendigen Signale dahingehend aufbereitet, daß sie sich für den STe kompatibel darstellen. Notwendig ist dabei das Auftrennen der HD-Leitung (PIN 2 des Laufwerksbusses). Die Schaltung basiert auf einer Vorlage von Pera Putnik und wurde an die Bedürfnisse eines SlimLine-Laufwerkes angepaßt und sollte für die meisten Laufwerke "gültig" sein. Sie kann unter "Downloads" gefunden werden.
Ein weiteres Problem beim Einbau ist der mechanische Anschluß des Laufwerkes. SlimLine-Laufwerke haben eine andere Verbindungstechnik und das Pinout des Anschlusses entspricht nicht dem eines normalen Laufwerkes. Es was daher notwendig, den originalen Kabelanschluß für das Laufwerk auszubauen und statt dessen eine 34-polige Buchse einzubauen. In diese wird ein modifizierter SlimLine-Adapter gesteckt, an den dann das Laufwerk angeschlossen wird. Der Adapter wurde dahingehend abgeändert, daß er so platzsparend wie möglich eingesetzt werden kann (auf einem der Fotos ist dies zu sehen).

Ein nicht zu unterschätzendes Problem beim Einbau eines SlimLine-Laufwerkes in einen STe ist die Farbe und die Blende. Es gibt nur sehr wenige Laufwerke in der Farbe "grau" oder "beige" welche dann auch noch mit einer Blende versehen sind - die meisten SlimLine-Laufwerke werden intern verbaut, in Systemen, deren Gehäuse praktisch die Blenden mitbringen.
Nach langer Suche wurde ein Laufwerk (Typ "W1D Citizen") gefunden, welches beide Voraussetzungen erfüllt und dieses wurde dann gleich zweimal erworben. [zurück]

Interne Panther/2 Busplatine

Im Atari-Home-Forum wurden im November 2013 die letzten noch vorhandenen und unbestückten Platinen der als Panther/2 bezeichneten Erweiterung angeboten. Der Autor erwarb zwei dieser Platinensätze.
Die Panther/2 ist eine Erweiterung zum Anschluß von ISA-Bus-Karten und wurde auf den Einsatz NE-kompatibler Netzwerkkarten und der auf dem ET4000-Grafik-Controller basierenden Grafikkarten spezialisiert. Damit ist es möglich, einen herkömmlichen VGA-Monitor am 1040 STe zu betreiben und dessen hochauflösende Grafik zu verwenden. Notwendig dazu ist neben der Hard- und Firmware weitere Systemsoftware (Systemtreiber), die dafür sorgt, daß das Videosignal des Atari auf dem Monitor dargestellt wird.
Die Panther/2 besteht aus zwei (drei) Bestandteilen. Die Busplatine nimmt die Logik zur Kommunikation mit dem Atari und der Slotplatine auf. Die Slotplatine wiederum beinhaltet die Schaltung zur Kommunikation mit der Grafikkarte. Auf der Bus- und Slotplatine befindet sich Firmware in Form programmierter GAL-Schaltkreise. Die Grafikkarte letztendlich ist eine herkömmliche ISA-Bus-Grafikkarte und aufgrund der Spezialisierung der Firmware der Panther/2 eine ET4000-Grafikkarte.

Ursprünglich bestand die Absicht, alle drei Bestandteile im Gehäuse des 1040 STe unterzubringen. Aufgrund der Abmaße sowohl der Slotplatine, als auch der Grafikkarte, wurde diese aufgegeben. Das ist auch der Grund dafür, daß sich nun in dem Atari eine SCSI-Festplatte und die UltraSatan befinden. Die Busplatine ist natürlich intern eingesetzt.

Der Platz in dem Gehäuse eines 1040 STe ist sehr rar. Daher ist die Busplatine entfernt von der CPU montiert und wird über ein Flachbandkabel, welches an den CPU-Adapter angeschlossen ist, mit den notwendigen Signalen versorgt. Das Flachbandkabel selbst ist gar nicht an die Busplatine angeschlossen, sondern an die "huckepack" installierte MagnumST.
An die Gehäuserückwand wurden zwei 34-polige Pfostenstecker montiert. Diese sind mit Flachbandkabeln mit der Busplatine verbunden. An diese rückseitigen Pfostenstecker wird die Slotplatine angeschlossen.

Im Prinzip gestaltet sich der Aufbau beider Platinen problemlos und normalerweise sind bei der Inbetriebnahme keine Probleme zu erwarten. In diesem Fall kam es aber zu erheblichen Problemen bei dieser Inbetriebnahme.
Letztendlich ist der Fehler ganz lapidarer Natur gewesen.
Das Fehlerbild äußerte sich darin, daß die Panther nicht korrekt vom Einstellprogramm erkannt wurde. Dieses Programm dient dazu, die Modi der angeschlossenen Grafikkarte zu ermitteln, um anhand dieser Konfigurationsdateien für die NVDI-Treiber zu erzeugen. Das Programm erkannte im System etwas, was an die Panther "erinnerte", denn der angeschlossene VGA-Monitor wurde sporadisch ein- und ausgeschaltet. Allerdings stürzte es in allen möglichen Situationen ab und die Erzeugung eines Testbildes war nicht möglich.
Während der Fehlersuche erhielt der Autor von sehr vielen Seiten Hilfe und es wurden alle Hinweise und Tips berücksichtigt und umgesetzt. Nichts half aber tatsächlich. Daher wurde die Panther wieder ausgebaut und in einem Testsystem, ohne weitere Komponenten am Systembus, installiert. Es ergab sich das gleiche Fehlerbild. Nach intensiver Suche auf der Platine - ohne Schaltplan - wurden tatsächlich 3 (!) fehlerhafte Durchkontaktierungen gefunden. Nach der Behebung dieser wurde die Panther erkannt und die Konfigurationsdateien konnten erzeugt werden.

Die Panther läuft im System, mit vielen anderen Komponenten gemeinsam stabil. [zurück]

Gehäuse für die Panther/2-Slotplatine

Da der ursprüngliche Plan zur Integration der Slotplatine inklusive der Grafikkarte im Gehäuse des STe aufgegeben wurde, mußte nach einer Alternative gesucht werden, welche sich optisch in das Gesamtensemble integriert.
Die Wahl fiel auf ein kompaktes Plastikgehäuse in der Farbe weiß, welches so groß wie nötig ist, um sowohl Slotplatine als auch Grafikkarte zu beherbergen.
Die Slotplatine ist mit der Busplatine über zwei 34-polige Flachbandkabel verbunden, welche bis zu 60 cm lang sein dürfen. Diese Länge wurde natürlich nicht verwendet. Von der Busplatine führen noch im Atari zwei kurze Kabel zur Gehäuserückseite an zwei dort befestige Pfostenstecker. An diese beiden Stecker wird dann die Slotplatine angeschlossen, ebenfalls über zwei sehr kurze Flachbandkabel, welche aus dem Kompaktgehäuse herausgeführt sind.
Das Gehäuse wird direkt hinter dem Atari plaziert und dient ganz nebenbei auch noch als Podest für den Minimonitor. Es wurde optisch durch einige Aufkleber aufgewertet. [zurück]

Interne Speichererweiterung MagnumST

Diese Erweiterung wurde dem Autor von einem anderen Atari-Enthusiasten aufgrund des hohen Speicherbedarfs des NVDI-Programmpaketes nahegelegt. Die Schaltpläne der MagnumST sind vom Entwickler dieser Erweiterungskarte Uwe Schneider veröffentlicht worden (im Link-Bereich ist dessen Homepage hinterlegt).

Das Originallayout der Karte ist für eine DIL-Ausführung der MC68000-CPU ausgelegt und beinhaltet gleichzeitig das Betriebssystem TOS 2.06, welches Mindestvoraussetzung für den Betrieb der Magnum ist.
Es war also notwendig, den Schaltplan neu aufzunehmen und daraus das integrierte TOS zu entfernen. Das Layout wurde sehr stark verändert, um den Gegebenheiten des Systems, in dem diese Magnum zum Einsatz kommt, zu entsprechen. Letztendlich besitzt die neu entworfene Platine ebenfalls einen 64-poligen DIL-Verbinder, einfach aus dem Grund, weil die Panther-Busplatine auf diese Art der Verbindung zum CPU-Bus ausgelegt ist.
Die Magnum wird demzufolge auf die Panther gesteckt und beide erhalten die notwendigen Signale vom CPU-Bus über das schon mehrfach erwähnte kurze Flachbandkabel, welches vom CPU-Sockel-Adapter kommt. Zum anstecken dieses Kabels besitzt die Magnum seitlich sitzend einen 64-poligen Pfostenstecker.
Die Bauweise der Magnum ist so kompakt, daß von ihrer Oberseite bis zum Gehäusedeckel noch mehrere Millimeter Abstand sind. Die Magnum besitzt einen programmierten MACH210-Schaltkreis in PLCC-Ausführung, welcher erst diese kompakte Bauweise erlaubt.
Als Speichermodul kommt ein herkömmliches 72-poliges SIMM-Modul im Fast-Page-Modus (FPM) zum Einsatz, welches bis zu 16 MB Speicher besitzen darf. Das Modul wird in einen entsprechenden Sockel gesteckt, welcher sich an der anderen Längsseite der Magnum befindet.
Tatsächlich genutzt werden im System nur bis zu 10 MB, da mehr aufgrund der eingesetzten Hardware nicht adressiert werden können. Dieser zusätzliche Speicher wird im System als sogenannter Fast-RAM bereitgestellt.

Um die MagnumST zunächst zu testen, d.h. ohne weitere Komponenten im System zu betreiben, wurde der Einfachheit halber ein 1040 STf gekauft, da dieser Rechner mit einer 64-poligen DIL-CPU ausgestattet ist. Der Ausbau der CPU und der Einbau einer entsprechenden Platine mit Anschluß für die Magnum gestaltet sich hier wesentlich einfacher als im 1040 STe mit seiner PLCC-CPU.
Die Tests verliefen zur vollen Zufriedenheit.
Der eingangs des Kapitels erwähnte Fehler bei der Inbetriebnahme der Magnum im 1040 STe ist auf die Unerfahrenheit des Autors zurückzuführen. Sowohl die Schaltung als auch die Hardware sind fehlerfrei. Der Fehler wird auf Nachfrage gern erläutert.

Diese vom Autor entwickelte MagnumST arbeitet stabil und fehlerfrei im Gesamtsystem. Wer sich für das Layout und zum eventuellen Fertigen der Platine für die Gerberdaten interessiert, findet diese ebenfalls im Download-Bereich. [zurück]

Leistungsfähigkeit des Systems

Auch wenn es sich bei dem Gesamtsystem um ein nicht-beschleunigtes System handelt, d.h. weder die Bus- noch die Prozessorgeschwindigkeit verändert wurde, ist dennoch eine Steigerung der Leistungsfähigkeit vorhanden. Diese ergibt sich aus den zusätzlich installierten Komponenten.
Das IDE-Interface und die angeschlossenen CF-Karten stellen einen komfortablen Massenspeicher zur Verfügung. Die Panther/2-Grafikerweiterung ermöglicht das Ausführen grafikorientierter Programme, welche mit mehr als 16 Farben und einer höheren Auflösung als 320x200 Pixel arbeiten. Mithilfe der Panther/2 wird in dem System eine Auflösung von 1024x786 Pixel mit einer Farbtiefe von 256 Farben zur Verfügung gestellt. Die Magnum/ST letztendlich sorgt für den zusätzlichen RAM-Hauptspeicher, den grafik- und speicherintensive Programme zur vernünftigen Ausführung benötigen.

Durch den Einsatz des Betriebssystems MagiC (Version 6.20) und des Netzwerk-Layers MagXNET (Version 1.4.2b) wird auch von dieser Seite aus dazu beigetragen, daß leistungsintensive Programme stabil und schnell arbeiten. MagXNET in Zusammenarbeit mit dem MiNTNet-Redirector ist deutlich leistungsfähiger, als zum Beispiel die Kombination TOS (Version 2.06) und STiNG.

Zu den Programmen, die von den zuvor genannten Leistungsmerkmalen des Systems sehr deutlich profitieren, zählen die Internetapplikation HighWire (Version 0.3.4 beta 6) und die Emailanwendung Troll (Version 1.7D).
HighWire ist ein sehr leistungsfähiger Internetbrowser, mit dem auf einem 68k-System wie diesem in Internet komfortabel gearbeitet werden kann. Selbstverständlich muß hierbei die Geschwindigkeit der eingesetzten Netzwerkkarte berücksichtigt werden, welche mit 10 MBit/s nur ein Zehntel der üblichen Geschwindigkeit beträgt. Die Darstellung von Internetinhalten, inklusive Bildern und CSS-Komponenten ist sehr gut. Internetseiten, welche auf "Schnickschnack" wie Java verzichten, werden in einer bestechenden Qualität präsentiert.
Troll ist eine ausgereifte und stabil arbeitende Email- und UseNET-Anwendung, mit der intuitiv und schnell gearbeitet werden kann.
Beide Anwendungen würden auf einem Standard 1040 STe nicht oder nur sehr unzureichend arbeiten.

Einige der Fotos zeigen das System unter Ausnutzung seiner leistungssteigernden Merkmale.
In diesem Video können Sie sich von der Leistungsfähigkeit dieses Systems beeindrucken lassen. Es zeigt den Rechner beim Abspielen einer Audio-CD und dem gleichzeitigen Laufen des Bildschirmschoners "TwiLight". Damit wird demonstriert, daß das Arbeiten am STe durch die Musikbegleitung entspannt und weiterhin flüssig erfolgen kann.

Fazit

Letztendlich galt es nicht nur, sämtliche Zusatzschaltungen und Erweiterungen elektrisch mit dem STe zu verbinden, sondern diese auch mechanisch und optisch ins System zu integrieren.
Bis auf das Netzteil und die Grafikkarte sind alle anderen Komponenten intern. Diese wurden auf etagenförmigen Aufbauten aus Plexiglas montiert, welche wiederum an der Grundplatine des STe befestigt sind. Auf einigen Fotos kann dies gut erkannt werden.

Abschließend zieht der Autor das Fazit, daß dieser Umbau sehr viel Spaß gemacht hat, sehr viele Nerven kostete und letztendlich in einem sehr schönen Vorzeigegerät endete.

1040 STe original
1040 STe - original
SCSI-Laufwerke
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Peripherie
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Mega 1040 STe
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Multitower
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Giga 1040 STe
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Minimonitor
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