Die Floppy-Disk-Basis D004 am KC85/5

Die D004 ist die sogenannte Floppy Disk Basis. Erst mit dieser Diskettenlaufwerksstation wurde ein weitestgehend professionelles Arbeiten mit dem KC85/4 ermöglicht. Das Gerät wurde nicht annähernd in den gleichen Stückzahlen verkauft wie der KC85/4 und war zudem noch sehr teuer, so daß eine Verbreitung in den Privathaushalten nicht möglich war. Der Autor erwarb diese D004 im Jahr 2009. Ohne den Anschluß eines Disk-Drive-Gerätes (Floppy Disk Drive) war eine sinnvolle Verwendung der D004 nicht möglich. Daher wurden im Handel beide Geräte zusammen verkauft. Praktisch ermöglicht die Disk-Basis den Anschluß von 4 Disk-Drive-Geräten. Durch die Verwendung von 4 Laufwerken besaß der Anwender durchaus eine komfortable Arbeitsbasis, da hiermit das speichern von etwas mehr als 1 MB Daten möglich war. Natürlich war auch dieser Speicherumfang irgendwann zu gering.

Tilman Reh entwickelte daher sein GIDE-Interface (Generic-IDE), mit dem der Anschluß von Massenspeichern elektronisch ermöglicht wurde. Softwareentwickler wie Mario Leubner erweiterten bestehende Betriebssysteme dahingehend, daß diese auch den Massenspeicher erkennen und verwalten können.
Das GIDE ist eine sehr kompakte Platine, welche für den KC85/4 so konzipiert wurde, daß sie auf den vorhandenen Platz der CPU aufgesteckt wird. Dazu sind einige Eingriffe in der D004 notwendig, u.a. muß die vorhandene CPU ausgelötet und an ihrer Stelle ein IC-Sockel eingelötet werden. Weiterhin wird eine angepasste Version der Firmware benötigt, was es ebenfalls erforderlich macht, den vorhandenen PROM durch einen neu programmierten EPROM zu ersetzen.
Da das GIDE ein IDE-Interface ist, lassen sich prinzipiell alle IDE-Massenspeicher anschließen. Es ist natürlich erstrebenswert, die D004 äußerlich soweit als möglich unverändert zu belassen. Daher haben sich 2,5-Zoll-Festplatten, aber auch CF-Karten und DOM (Disc-On-Module) bewährt. In jedem Fall kann die Eignungsfähigkeit dieser Massenspeicher nur durch ausprobieren ermittelt werden.

In der hier vorgestellten Floppy-Disk-Basis verrichtet ein GIDE der 1. Generation (1. Revision) seine Arbeit. Es handelt sich um ein Re-Layout von Guido Kraft. An das GIDE ist eine 2,5-Zoll-Festplatte mit einer Kapazität von 3,2 Gigabyte angeschlossen.

Der Start des Betriebssystems ML-DOS kann hier in einem Video betrachtet werden. ML-DOS ist eine (Weiter-) Entwicklung des Systems MicroDOS von Mario Leubner und basiert somit auf CP/M 2.2. Während des Starts werden verschiedene Systemtreiber (LST-Dateien) geladen, u.a. auch die Netzwerktreiber. Den Abschluß des Bootvorganges bildet der Start des KC-Dateimanagers KC-Commander (ebenfalls eine Entwicklung von Mario Leubner).
Alternativ können Sie eine höheraufgelöste Darstellung hier betrachten.

Das automatisierte abarbeiten von Programmen während des Systemstarts war ein Standard in CP/M 2.2. Dazu konnte beim Einrichten des Betriebssystems ein Startkommando festgelegt werden. Normalerweise kam hier INITIAL.COM zum Einsatz, welches Parameterdateien - ähnlich einer Stapelverarbeitung - verwenden kann.

KC854 original
85/4 - original
KC855 erweitert
85/5 - erweitert
D004
D004 - GIDE-IF
Disk-Laufwerke
Disk-Laufwerke
PS2-Tastatur
PS/2-Tastatur
Module
M052 / M035x4
KC855 modifiziert
85/5 - verändert
PS2-Interface
PS/2-Interface
CF-Kartenleser
CF-Kartenleser
M030-Eprommer
M030 - Eprommer
Drucker K6304
Drucker K 6304
M041-2x16 KB EEPROM
M041 - EEPROM
M066-SOUND
M066 - SOUND
M051-Scanner
M051 - Scanner